MDR und LVZ veröffentlichen Interviews zum Aufkauf von Tierarztpraxen durch ausländische Investoren mit Dr. Volker Jähnig

Sowohl MDR aktuell Hörfunk als auch der Sachsenspiegel im MDR Fernsehen brachten in der letzten Woche Interviews mit dem Vizepräsidenten der Sächsischen Landestierärztekammer, Dr. Volker Jähnig, in denen es um die anstehende Gesetzesänderung in Sachsen zum Fremdbesitz von Tierarztpraxen geht.
https://www.mdr.de/nachrichten/wirtschaft/regional/tieraerzte-und-investoren-100.html
https://www.mdr.de/mediathek/suche/video-292450_zc-f24cd3d3_zs-20a70875.html
https://www.mdr.de/mediathek/mdr-videos/a/video-296588.html
file:///d:/Volker/Documents/LVZ/Meine_LVZ_2019-04-24_Seite_18-1.pdf
Schlange wegen Nahrungsverweigerung zur Diagnostik in der Praxis
Heute besuchte uns eine weibliche Madagaskarboa in der Praxis. Diese Schlangenart steht unter Naturschutz (Anhang A des Washingtoner Artenschutzabkommens) und gilt somit als stark gefährdet. Man unterscheidet die Nördliche und die Südliche Madagaskarboa, welche dämmerungs- und nachtaktiv sind und sich tagsüber in Laubhaufen oder Höhlen verstecken. Sie benötigen tagsüber eine Temperatur von 28-32°C und eine Luftfeuchte von mindestens 70%.
Unsere heutige Patientin wurde uns vorgestellt, weil sie seit einigen Monaten jegliche Narhung verweigert. Da bei der eingehenden klinischen Untersuchung keine Auffälligkeiten festgestellt werden konnten, erfolgten weitere diagnostische Schritte. Die Madagskarboa wurde geröntgt und neben gasgefüllten Darmschlingen ließen sich Reste des letzten Futtertieres darstellen. Die aus der Schwanzvene gewonnene Blutprobe ergab keine Veränderungen der Leber- und Nierenwerte, so dass eine organische Ursache für die vorhandene Anorexie in den Hintergrund rückte.
Die zusätzlich durchgeführte Ultraschalluntersuchung zur Darstellung des Herzens, der Verdauungs- und Geschlechtsorgane zeigten eine Kotanschoppung im Enddarm und bestätigen damit das röntgenologische Bild. Viel interessanter war allerdings die Darstellung des Ovars mit Funktionskörpern und angebildeten Eiern im Legedarm. Es handelt sich dabei aber um physiologisch angebildete Eier, die noch keinen Grund zur Besorgnis sind. Jedoch sollte der Verlauf der Eientwicklung regelmäßig kontrolliert werden.
Zum Ausschluss von Parasiten im Darm wurde eine Kloakenspülprobe durchgeführt und untersucht. Die Schlange erhielt aufgrund der sichtbaren Futtertierreste einen Einlauf und wurde infundiert.
Am Ende der Untersuchung wurde noch eine Tupferprobe aus dem Rachen der Madagaskarboa entnommen, die auf sogenannte Arenaviren untersucht werden soll, welche verantwortlich sind für die sogenannte Inclusion body disease, kurz IBD oder besser bekannt unter „Schlangenaids“, bei Boiden und Pythen. Bei der Einschlusskörperchen-Erkrankung kommt es zu einer Suppremierung des Immunsystems, die häufig mit Erkrankungen des Magen-Darmtraktes, der Lungen und des zentralen Nervensystems einhergehen und immer tödlich endet.
„Menschen, Tiere & Doktoren“ erstmalig in unserer Praxis in Mockau!
Nachdem 2010 mehrmals in Leipzig Schönefeld für „Menschen, Tiere & Doktoren“ gedreht wurde, war die Crew am Mittwoch, 11.1.2012, nun auch in Leipzig – Mockau. Dabei wurden vor allem Patienten unserer Initiative „Bunter Hund Leipzig“ gedreht. Es gab viel Spaß sowohl mir der Crew als auch den Patienten und wir sind gespannt auf die Ausstrahlung bei VOX.
Fütterung von Kaninchen und Meerschweinchen
Um das empfindliche Verdauungssystem dieser niedlichen Kleinsäuger zu schützen und das Zahnwachstum nicht negativ zu beeinflussen ist die Einhaltung einiger einfacher Fütterungsregeln außerordentlich wichtig:
1. keine Fütterung von Brot oder körnerhaltigem Fertigfutter!
30 bis 35 % des Gewichts entfallen auf das Verdauungssystem (Mensch: 7 %). Im Blind- und Dickdarm siedeln sich Millionen Bakterien an, welche die Rohfaserbestandteile des Grünfutters spalten und in Protein umwandeln können. Dies ermöglicht diesen Pflanzenfressern, die Energie aus Grünfutter vollständig zu verwerten. Leicht verdauliche Kohlenhydrate in Körnern und deren Produkten (Brot, Haferflocken) zerstören die Zusammensetzung der Bakterien im Darm und führen zum Überschuss jener Bakterien, die Blähungen und Durchfall hervorrufen können.
Infektiöser Katzenschnupfen
Erreger
- verschiedene Viren (Herpesviren (felines Rhinotracheitisvirus), Caliciviren)
- weltweit verbreitet
- in Umwelt bei 4 °C über Monate überlebensfähig, > 15 °C nur Std.!
- Wirksam: Formalin, Hypochloridlösung, Phenolderivate
Ansteckung
- Anniesen
- Belecken
- Futterschüsseln
Verhalten nach Kreuzband – OP
Ihr Hund leidet an einer schweren Verletzung des Kniegelenkes. Mit der OP des Kreuzbandes soll die Funktion des Knies wieder hergestellt werden. Dieser Prozess dauert 3 bis 4 Monate.
Bitte beachten sie folgende Punkte:
Strenger Leinenzwang über 3 – 4 Monate!
Kein Rumtollen auf dem eigenen Grundstück (Zwinger oder Wohnungshaltung, evtl. mit Box)!
1. Woche nach der OP:
- keinerlei Belastung des Hundes, nur zum Lösen vor die Tür
- Belecken der Wunde verhindern (Verband, Strumpf, Halskragen)
Infektiöse Panleukopenie – „Katzenseuche“
seit 1938/40 in Deutschland bekannt
Erreger
- Virus (1964 isoliert)
- weltweite Verbreitung (alle Katzenartigen, Nerze, Waschbären)
- in Umwelt über Monate/Jahre überlebensfähig!
- Säurestabil bis pH 3, resistent gegenüber vielen Desinfektionsmitteln
- Wirksam: Formalin, Hypochloridlösung
Ansteckung
- Infektion direkt von Tier zu Tier
- über Futterschüsseln
- Katzentoiletten
Impfung von Wohnungskatzen
„Harmlos ist beim Katzenschnupfen nur der Name!“
Warum?
Bei Katzenseuche und Katzenschnupfen handelt es sich um Erkrankungen, die tödlich enden können. Die Impfung Ihrer Katze ist der einzige sichere Schutz dagegen.
Die Erreger (Viren) werden insbesondere durch Menschen, also durch sie selbst, in die Wohnung eingeschleppt und auf die Katze übertragen werden. Das kann über Schuhe, Kleidung und Gegenstände erfolgen. Eine weitere Möglichkeit der Ansteckung ist ein Kontakt mit anderen Katzen, z.B. in Katzenpensionen oder bei Urlaubsaufenthalten der Tiere in fremden Haushalten.
Impfmöglichkeiten Katze
Tollwut
- bei Ausbruch tödlich verlaufende Viruserkrankung in Deutschland und Westeuropa nahezu ausgerottet
Infektiöse Panleukopenie – Parvovirusinfektion der Katze – Katzenseuche
- hochansteckende gefährliche Viruserkrankung, für Welpen nund Jungkatzen häufig tödlich verlaufend, akuter Verlauf mit hohem Fieber, Erbrechen, Durchfall
Infektiöse Rhinotracheitis – Katzenschnupfen
- Rhinotraeitis-Virus, Calici-Virus sowie bakterielle Sekundärerreger führen zu einer schweren Entzündung der Atemwege, die für Jungtiere tödlich enden kann, zumindest aber zu schweren chronischen Veränderungen an Augen, Nase, Schleimhäuten etc. führt
Feline Leukose
- virusinduzierte Blutkrebserkrankung der Katze
- übertragen durch Blut und Körperflüssigkeiten (Katzenkämpfe, Paarung etc.),
- tödlich oder langwierig chronisch verlaufend
Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) – ansteckende Bauchwassersucht der Katze
- bei Ausbruch absolut tödlich verlaufende Coronavirusinfektion, wobei eigentlich ungefährliche Durchfallerreger in der Katze zu hochvirulenten Erregern mutieren und zu einer schweren Entzündung von Bauch- und Brustschleimhäuten führen.
Impfplan (Motto: So viel wie nötig, so wenig wie möglich!)
Katze ausschliesslich in Wohnung Katze mit Freilauf
8./9. Woche RCP RCP
12./13. Woche RCP RCP – T – Leukose
16./17 Woche – RCP – T – Leukose
15 Monate RCP RCP – T – Leukose
2. Lebensjahr RC RC – Leukose